Hegau-Hilfe für Griechenland

Hegau-Hilfe für Griechenland kommt voran – zusätzliche Unterstützung ist aber weiter nötig

Kostas Kokossis, Verwaltungsleiter der Solidarklinik KIFA in Athen, ist verzweifelt. Wieder muss er im fernen Singen um dringend benötigte Medikamente für die Athener Flüchtlingslager Elaion, Schistos und Skaramangas bitten. Doch das „Gesund­heits­netz Hegau“ kann helfen, denn mittlerweile ist die Ärzte- und Apotheker-Initiative mit Griechenland-Helfern in Zürich, Lörrach und Düsseldorf bestens vernetzt: Zum Zwischen­stand der Unterstützung für „Solidarity4all“.

Als seemoz im Juni 2015 Andreas Xanthos interviewte, mittlerweile ist Xanthos zum Gesundheitsminister aufgestiegen, war neben dem Absturz des griechischen Gesundheitswesens die medizinische Betreuung der Flüchtlinge das Hauptthema. Daran hat sich auch 2017 nichts geändert – gegenwärtig muss das Land 1,2 Millionen Flüchtlinge versorgen.

Doch in kleinen Schritten hat Xanthos immer wieder Erfolg: Seit August 2016 wurde das öffentliche Gesundheitssystem in Griechenland gegen den Widerstand der Troika verpflichtet, griechische Staatsbürger ohne Krankenversicherung – und das sind immer noch 32 Prozent der Bevölkerung – kostenlos zu versorgen.

Das ist die gute Nachricht – die schlechte: Griechische Patienten können sich die Medikamente für die Nachbehandlung oft nicht leisten, die Flüchtlinge schon gar nicht. Da können dann nur noch Solidarkliniken wie KIFA in der Athener Altstadt, seit 2014 vom „Gesundheitsnetz Hegau“ unterstützt, mit ihrer kostenlosen Medikamenten-Abgabe einspringen. Doch die Vorräte in der kleinen Praxis-Apotheke, sämtlich mit Spenden aus Westeuropa bestückt, gehen zur Neige.

Spende aus Düsseldorf

Da hilft aktuell der DGB aus NRW. Über Gewerkschafter-Kontakte von Peter Mannherz – der Steuerberater aus Moos ist so etwas wie der Gründungsvater der Hegau-Hilfe – kam eine 26 000-Euro-Spende zusammen, die nun auf Solidarkliniken in Thessaloniki (im Norden Griechenlands vegetieren besonders viele Flüchtlinge) und Athen verteilt wird; ein kleiner Teil verbleibt als Notreserve auf dem Treuhandkonto Mannherz (s.u.). Mit dem Spendengeld werden via Lörrach zügig Medikamente gekauft und nach Griechenland verschickt.

Über das Treuhandkonto Mannherz, aus örtlichen Spendengeldern finanziert, wird die Hilfe seit Jahren organisiert: Medizinische Geräte werden gespendet, die Miete für die Praxis in Athen gezahlt, regelmäßige Medikamenten-Lieferungen finanziert. Und eine Vernetzung mit anderen Helfern organisiert.

Ambulanzen aus Zürich

So konnte eine Idee, während der letzten Reise von Konstanz nach Athen entstanden, jetzt durch Helfer aus Zürich realisiert werden: Hierzulande ausrangierte Ambulanz-Fahrzeuge werden von den Stadtverwaltungen zu einem Solidarpreis übernommen und in Athen für den Transport zwischen den Flüchtlings-Zentren eingesetzt. Die ersten Fahrzeuge wurden im Dezember 2016 in Athen übergeben. Infos dazu unter http://griechenland-komitee.ch.

Dennoch braucht das „Gesundheitsnetz Hegau“ wie alle Hilfsorganisationen ständig frisches Geld, nur so können sie helfen. Wenn also auch Sie die Griechenland-Hilfe des „Gesundheitsnetzes Hegau“ unterstützen wollen – die „Griechenland-Krise“ ist noch längst nicht ausgestanden – ist das Treuhandkonto von Peter Mannherz die beste Adresse. Wir Organisatoren danken Ihnen schon im Voraus.

Spendenkonto: Treuhandkonto Peter Mannherz bei der Volksbank Konstanz, IBAN: DE18692910000226191801, BIC: GENODE61RAD.

hpk, Foto: Popi Melliou

Artikel: https://www.seemoz.de/internationales/hegau-hilfe-fuer-griechenland-kommt-voran-zusaetzliche-unterstuetzung-ist-aber-weiter-noetig/